Essen & Trinken

Predigt zur Konfirmation 2017 mit Johannes 6,35

 

Ihr Lieben, vielleicht seid ihr jetzt ein bisschen aufgeregt.

Vielleicht wart ihr heute Morgen auch zu aufgeregt, um zu frühstücken.

Aber es wird heute noch genug zu Essen geben.

Da bin ich ziemlich sicher.

Essen und Trinken spielt ja immer eine wichtige Rolle

an Festtagen wie diesem und an den ganz normalen Tagen auch.

Im Rückblick auf die letzten anderthalb Jahre Konfizeit mit euch

war Essen und Trinken auch ein Thema.

Beim ersten Kennenlernen haben wir

unter anderem nach eurem Lieblingsessen gefragt.

Vielleicht wisst ihr auch spontan noch, was ihr im November 2015

auf diese Frage geantwortet habt.

Mögt ihr heute noch dieselben Sachen

oder hat sich euer Geschmack geändert?


Wäre ja nicht das Einzige, das sich in der Zwischenzeit verändert hat.

Ihr seid in einer Lebensphase, in der sich viel verändert

und in der man sich auch fragt, wer bin ich?

Wie will ich sein?

Wie will ich leben?

Was schmeckt mir und was nicht?

Und man probiert das ein oder andere aus.

Muss ich eigentlich immer Fleisch essen oder geht’s auch vegetarisch?

Schmeckt mir Kaffee auch oder mag ich lieber Tee?

Einige von euch waren während unseres Konfi-Wochenendes

(im Januar 2016) plötzlich ganz begeisterte Teetrinker.

Im Speisesaal des Gästehauses gab es Teebeutel und heißes Wasser

und ich sehe euch noch mit euren Tassen im Aufzug stehen.

 

Tee, Kaffee, beim Kakao bleiben oder doch lieber Energydrinks?

So probiert man sich durchs Leben

auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen.

Ich kann euch so viel verraten,

das Fragen und Probieren geht auch im Erwachsenenalter weiter.

Auch Erwachsene haben Fragen und wissen manchmal nicht so genau,

wer sie sind und wie sie eigentlich leben wollen.

Und dann wundern wir uns über uns selbst,

weil wir dachten, das hört irgendwann auf.

Es ist ja auch schön, wenn man bei sich selbst ankommt

und endlich weiß, was einem schmeckt und was nicht.

Das gibt Sicherheit.

Aber es gibt immer wieder Neues zu probieren.

Und es ist auch schön, wenn Erwachsene noch offen für Neues sind.

Wenn sie sich noch einmal auf die Frage einlassen,

was ihnen wirklich schmeckt, was satt macht und dauerhaft gut tut.

Wer als Erwachsener unzufrieden mit seinem Leben ist,

kriegt gerne mal den beliebten Coaching-Tipp:

Probieren sie doch was Neues aus.

Mach doch mal was, was du noch nie in deinem Leben gewagt hast.

Das setzt vielleicht ungeahnte Energie frei.

 

Ihr habt jedenfalls mit der Anmeldung im Konfi-Kurs

etwas Neues gewagt. Ihr konntet damals nicht genau wissen,

worauf ihr euch einlasst.

Wir haben versucht, euch im Laufe der Zeit viele Möglichkeit

zum Probieren und Experimentieren zu bieten.

Und wir haben selbst dabei Neues gewagt.

Wir haben mit euch z.B. getestet

wie es sich anfühlt hier in der Kirche eine ganze Nacht zu verbringen.

Wisst ihr noch, wo euer Schlafplatz war?

Wir haben uns an einem Samstagabend hier getroffen,

zusammen gegessen: Salat geschnippelt, gegrillt.

Es war Fußball-EM

und wir haben mitverfolgt wie der Nationalmannschaft

in einem spannenden Elfmeterschießen gegen Italien

doch noch der Einzug ins Halbfinale glückte.

 

Ihr habt vieles ausprobiert in den letzten anderthalb Jahren.

Wie ist es eigentlich gemeinsam zu beten: das Vaterunser

oder auch persönliche Bitten Gott ans Herz zu legen?

Wie redet man mit anderen darüber, was man glaubt,

welche Hoffnung man hat und wie man sich Gott vorstellt?

Welches Bild man von ihm hat.

Wie feiern die Königssteeler (und Christen überhaupt) Gottesdienst?

Wie bereitet man so einen Gottesdienst vor?

Wie ist es zusammen Abendmahl zu feiern?

Ihr habt für einen Gottesdienst selbst das Abendmahls-Brot gebacken.

Und gelernt, dass man eher nicht „Danke“, sondern „Amen“ sagt,

wenn einem jemand dieses „Brot“ reicht.

 

5000 Brote

hieß eine Aktion, an der wir uns beteiligt haben

zusammen mit vielen Konfi-Gruppen in ganz Deutschland.

Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ hatte dazu eingeladen,

dass Bäckereien und Kirchengemeinden zusammen

etwas für den guten Zweck tun.

Also haben wir in der Steeler Bäckerei Fritsche Brote hergestellt

und sie anschließend verkauft.

 

5000 Brote,

weil 5000 satt werden, als Jesus Brot verteilt.

Davon erzählt die Bibel. Und er sagt: Ich bin das Brot des Lebens.

Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein,

und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

 

Hunger & Durst

Essen & Trinken

Was ein Mensch zum Leben braucht,

dafür steht das „Brot des Lebens“.

Und ich stehe hier nach anderthalb Jahren

und würde euch gerne noch so viel mitgeben.

Noch mehr Wegzehrung.

Proviant für unterwegs.

Schwarzbrot.

Weißbrot.

Knäckebrot.

Was zum Kauen

und was zum Genießen.

Was Herzhaftes und was Süßes.

Was euch satt macht und gut tut

und euch Kraft gibt für jeden weiteren Schritt.

Ich glaube, ihr nehmt einiges mit,

eure Taschen sind wahrscheinlich voller als ihr denkt.

Ihr nehmt Wegzehrung mit aus eurer Konfi-Zeit.

Mit dem heutigen Tag endet sie

und ihr gehört zu denen, die etwas weitergeben können.

Ihr habt etwas kennengelernt, seid auf den Geschmack gekommen.

Ihr könnt jetzt sagen, wie ihr euch Gott vorstellt.

Ich weiß, es bleibt schwierig Worte zu finden,

aber ihr könnt es doch zumindest jetzt besser sagen,

als vor dem Konfi-Kurs.

Ihr wisst mehr als vorher, habt Erfahrungen gesammelt.

Und deshalb glaube ich schon, dass ihr sagen könnt,

was ihr mit dem Glauben an Gott verbindet.

Welche Hoffnung ihr teilt

und dass ihr Hoffnungsgeschichten erzählen könnt.

Von 5000, die satt werden zum Beispiel.

 

Ihr könnt teilen, was ihr habt.

Und ihr könnt jetzt andere begleiten

auch ganz offiziell als Taufpaten.

Und auch ohne Patenkind gehört ihr zu den Menschen,

die anderen etwas weitergeben können.

Und sie brauchen, was ihr zu geben habt.

Als Tausende satt wurden,

waren am Anfang nur fünf Brote und zwei Fische da.

Jesus hat Gott für die Gaben gedankt

und sie dann weitergereicht. Die Brote gingen durch die Reihen

und es wurde scheinbar immer mehr.

Am Schluss blieben 12 Körbe voll übrig.

Es hatte sich vermehrt, war mehr als genug.

Jesus sagt: Ich bin das Brot des Lebens.

Es ist genug da für dich und für die anderen auch.

Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein,

und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Nehmt und esst, so viel ihr braucht

und gebt weiter, was ihr bekommt.

Es ist genug für jeden.

 

Amen.

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